Virtueller Museumsrundgang: Willkommen im digitalen Museum!

Mal eben durch das Louvre schlendern und anschließend einen Abstecher ins Museum of Modern Art in New York machen? Die Vorstellung klingt für Kulturfreunde sicherlich verlockend und könnte dank Virtuellen Museumsrundgängen schon bald zur Realität werden. Denn 3D-Scans und 360-Grad-Aufnahmen bieten Museen und Kultureinrichtungen zahlreiche neue Chancen und Möglichkeiten, ihre Ausstellungen zu digitalisieren.

Wie Museen und Besucher vom digitalen Museum profitieren können, möchten wir Ihnen im folgenden Blog-Beitrag vorstellen. Dafür starten wir direkt mit einem Beispiel, der Sie mit Klick auf den Play-Button in das virtuelle Planetarium Hamburg führt:

Warum brauchen wir digitale Museen?

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009 hat eindringlich gezeigt, welche wichtige Rolle Digitalisierung für Museen spielt, damit historische Schätze im Falle einer Zerstörung nicht unwiederbringlich verloren gehen. Auch wenn das Original durch nichts zu ersetzen ist, können historische Artefakte durch Digitalisierung bewahrt und weltweit zugänglich gemacht werden.

Darüber hinaus stehen Museen derzeit verstärkt vor der Herausforderung, die eigene Forschung sichtbarer zu machen und dabei den Forderungen nach Open Data und Open Access gerecht zu werden und digitale Museen rücken in den Fokus. Ein Beispiel für die fortschreitende Digitalisierung liefert die Kunsthalle in Bremen, die beispielsweise zunächst mit Skulpturen und Gemälden angefangen hat, bis anschließend in einem mehrjährigen Projekt auch Radierungen, Zeichnungen oder Aquarelle des Kupferstichkabinetts den Online-Katalog der Kunsthalle füllen.

Digitalisierung mit Virtuellen Museumsrundgängen

Über das Einscannen von Bildern hinaus stehen Museen zahlreiche Möglichkeiten zur Digitalisierung zur Verfügung. Eine davon stellt ein Virtueller Rundgang  dar, mit dem das gesamte Museum in 360-Grad eingefangen und virtuell begehbar gemacht werden kann. Unsere 3D-Kameratechnologie ermöglicht es beispielsweise, ein maßstabsgetreues 3D-Modell des Museums erstellen, welches die Besucher von überall aus der Welt aus besuchen und selbstständig erkunden können.

Digitales Museum

Welche Museen auf der Welt werden wir zukünftig digital mit einem Virtuellen Museumsrundgang erkunden können?

Mit Hilfe von Info-Tags kann dabei über den reinen Museumsrundgang hinaus zusätzliches Wissen zu den Exponaten vermittelt werden. Dies bietet nicht nur für 360-Grad-Dokumentation ein großes Potenzial, sondern kann auch dazu eingesetzt werden, die Online-Präsenz aufzuwerten. So können im Virtuellen Museumsrundgang beispielsweise über reine Informationen hinaus im Rahmen eines innovativen Storytellings Geschichten über die Ausstellung erzählt werden oder es kann ein Guide eingesetzt werden, der den virtuellen Besucher durch das Museum führt.

Besonders eindrucksvoll wird das digitale Museum mit einem Virtual-Reality-Rundgang, bei der der Nutzer das Museum mit einer VR-Brille erkunden kann und bei ihm das Gefühl entsteht, gerade tatsächlich dort zu sein. Aber auch durch eine Einbindung auf der Webseite oder in sozialen Medien lässt sich die Aufmerksamkeit bei potenziellen Besuchern erhöhen.

Die Vorteile eines Virtuellen Museumsrundgangs

Virtueller MuseumsrundgangNach wie vor sind viele Museen trotzdem zögerlich, wenn es um Virtuelle Museumsrundgänge geht. Ein Bedenken besteht darin,  dass weniger Leute persönlich vorbei kommen, wenn sie das Angebot vorab bereits online erkunden können. Diese Befürchtungen konnten sich bei den bisherigen Praxisfällen jedoch nicht bestätigen, denn trotz der digitalen Einblicke verzeichnen Museen, die auf Virtuelle Rundgänge setzen keine Besucherrückgänge. Der Grund ist ganz einfach: So interessant und nützlich die digitalen Museumstouren auch sind, so faszinierend ist doch das Original. Aller innovativen Technologien zum Trotz lässt sich die Aura nicht in die virtuelle Welt übertragen.

Statt interessierte Besucher abzuhalten, helfen Virtuelle Museumsrundgänge vielmehr dabei, auch bei neuen Zielgruppen das Interesse zu wecken. So spricht eine interaktive Onlinepräsenz  auch jüngere Zielgruppen an, die so erleben können, dass Museen längst nicht so verstaubt sind, wie ihr Ruf. Aber auch Interessierte aus fernen Städten und Ländern, die mit dem analogen Vor-Ort-Programm sonst kaum erreicht worden wären, können so zu digitalen Besuchern werden oder auch Menschen, die nicht mehr am öffentlichen Leben teilnehmen können, erhalten einen barrierefreien Zugang zum Museum.

Darüber hinaus liegt es natürlich letztendlich in der Hand des Museums selbst, wie viel der virtuelle Gast sehen darf und welche Bereiche ihm online zugänglich gemacht werden. Ob es lediglich ein kleiner Appetizer werden soll, oder eine vollständige virtuelle Ausstellung, hängt ganz von den individuellen Zielen und Gegebenheiten des jeweiligen Museums ab.

2018-03-11T13:04:46+00:00 28.08.2017|360°-Projekte|

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