Erinnerungskultur ohne Grenzen: Die digitale 3D-Tour für die Ausstellung „gefährdet leben“
Erinnerungsarbeit braucht Sichtbarkeit und Zugänglichkeit. Die Wanderausstellung „gefährdet leben“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld widmet sich den Lebensgeschichten, der Verfolgung, aber auch der Selbstbehauptung queerer Menschen während des Nationalsozialismus. Da eine physische Wanderausstellung naturgemäß immer nur auf Zeit an bestimmten Orten zu sehen ist, stand eine zentrale Frage im Raum: Wie kann man dieses wichtige, dokumentarische Material dauerhaft bewahren und zeit- sowie ortsunabhängig für eine möglichst breite Öffentlichkeit zugänglich machen?
Die Lösung ist eine interaktive 3D-Tour, die die Ausstellung als digitalen Zwilling ins Netz verlängert. Ab sofort können Sie sich virtuell durch die sensibel kuratierten Räumlichkeiten bewegen. Hochauflösende Aufnahmen sorgen dafür, dass sämtliche Dokumente, Fotografien und Zitate bis ins kleinste Detail lesbar bleiben. So lassen sich die verschiedenen Themenschwerpunkte – von der systematischen Unterdrückung über regionale Einzelschicksale bis hin zur fortgesetzten Diskriminierung nach 1945 – völlig frei am Bildschirm erkunden.
Der unschätzbare Mehrwert liegt in der dauerhaften und barrierefreien Wissensvermittlung. Wichtige historisch-politische Aufklärungsarbeit wird aus den logistischen Begrenzungen einer Tournee befreit. Schulen, Bildungseinrichtungen und Interessierte aus ganz Deutschland und darüber hinaus können die Ausstellung nun jederzeit in ihren Unterricht oder Alltag integrieren. Das Projekt verleiht der Ausstellung eine unbegrenzte Reichweite und stellt sicher, dass das Gedenken an queere Opfer lebendig und für alle erreichbar bleibt.