Wir sprechen doch sicherlich einigen Eltern aus der Seele, wenn wir sagen: Ach, würden bloß mehr Kitas eine virtuelle Besichtigung anbieten! Das schreiben wir nämlich nicht nur aus der Perspektive einer VR-Agentur, sondern vor allem aus der Sicht von Eltern, die während der Corona-Pandemie selbst einen Betreuungsplatz für ihr Kind gesucht haben.

virtueller-kita-rundgang

Mit „Baby on Board“ begleitete Claudia unseren 360°-Dreh im Familienzentrum Martin-Luther, um die Kita zu digitalisieren.

Die Qual der Wahl: Welche Kita passt zu uns?

Bevor wir voll in das Thema „digitale Kita“ einsteigen, sollte ich mich am besten einmal kurz vorstellen: Moin, ich bin Claudia, Mitgründerin, Marketingmanagerin und Mama. Entsprechend freue ich mich, in diesem Beitrag zwei Themen zusammenzubringen, die mich im letzten Jahr stark umtrieben haben und erlaube mir, neben dem fachlichen Know How rund um die Realisierung einer virtuellen Kita-Besichtigung auch ein bisschen persönliche Erfahrung zur Kita-Suche einzubringen. Wer jedoch lieber direkt in den handfesten „How To“-Part übergehen möchte, dem würde ich empfehlen den Absatz zu überspringen und beim „Best Practice“ weiterzulesen!

Herausforderungen bei der Kita-Platz-Suche

Ich weiß, bei der Kita-Platz-Vergabe kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen, deshalb kann ich an der Stelle nur für Hamburg sprechen: Hier sollte man nach dem positiven Schwangerschaft nämlich möglichst nicht zu viel Zeit verlieren, sich Gedanken um das Thema Kinderbetreuung zu machen, wenn man eine Betreuung ab dem ersten Geburtstag anstrebt. So kam es, dass ich im Frühjahr 2021 selbst gerade auf Kita-Suche befand, als die Anfrage vom Kinder- und Familienzentrum Martin-Luther bei uns eingetrudelt ist. Frühling 2021, ihr erinnert euch: Zu der Zeit waren pandemiebedingt nirgends vor Ort Besuche möglich und ich dachte nur „YES, das wärs jetzt, um einen besseren Überblick im Kita-Dschungel zu bekommen!!“

Offene oder geschlossene Gruppen? Selbstkochen oder beliefert werden? Mir standen zu dem Zeitpunkt auf jeden Fall jede Menge Fragezeichen im Kopf und ohne pädagogisches Hintergrundwissen hörten sich die verschiedenen Konzepte für mich als Laien im Grunde ziemlich gleich an. Aus diesem Grund ist die vor Ort Besichtigung so wichtig: Aus den abstrakten Informationen formt sich dort nämlich ein zusammenhängendes Bild und ich kriege eine erste Vorstellung davon, wie mein Kind hier seinen Tag verbringen wird. Und genau dieses Bild brauche ich, um am Ende mein Bauchgefühl sprechen zu lassen und eine passende Kita auszuwählen.

Wie ein virtueller Kita-Rundgang bei der Suche helfen kann

Ich denke, wir sind uns alle einig, wenn ich sage, die Kita-Besichtigung ist ein zentraler Bestandteil im Entscheidungsprozess der Eltern. Hier lernen sie in der Regel die Erzieher:innen und die Räumlichkeiten kennen und können sich ein gutes Bild des Betreuungsangebots vor Ort machen. Entsprechend geht es bei einem virtuellen Rundgang nicht darum, die vor Ort Besichtigung zu ersetzen, sondern es dient vielmehr als zusätzliches Informationsangebot, dass an verschiedenen Punkten anknüpfen kann:

  • Zusatzangebot in der Pandemie: Auch wenn aktuell vielerorts wieder persönliche Besichtigungen möglich sind, hat die Corona-Krise eindrücklich gezeigt, wie schnell sich dies ändern kann. In einem solchen Fall kann der virtuelle Kita-Rundgang Abhilfe schaffen und den Eltern trotz Besuchsverbot die Einblicke ermöglichen, die Ihnen ansonsten verwehrt bleiben würden (mehr zum Thema Wie kann Virtual Reality in der Corona Krise eingesetzt werden?).
  • Denkbar ist auch ein digitaler Tag der offenen Tür, bei dem die virtuelle Besichtigung in ein Rahmenprogramm eingebunden wird.
  •  Natürlich hat der Kita-Rundgang nicht nur Vorteile für die Eltern: Auch das Personal kann davon profitieren. Wie? Na jeder Besichtigungstermin kostet Zeit und das ist im Arbeitsalltag erfahrungsgemäß ein ziemlich knappes Gut. Der virtuelle Kita-Rundgang hilft dabei zu filtern, sodass nur die Personen übrig bleiben, deren Interesse bereits sehr hoch ist. Darüber hinaus lassen sich so digital viele Fragen klären und der Termin kann effizienter gestaltet werden und Eltern sich besser mit konkreten Fragen vorbereiten.
  • Die Kita-Suche ist für werdende Eltern in der Regel hochemotional. Diesen Emotionen können Sie mit dem virtuellen Kita-Rundgang begegnen, Barrieren abbauen und Vertrauen schaffen. Darüber hinaus kann der eine nützliche Ergänzung sein, falls nur ein Elternteil zum persönlichen Termin vor Ort erscheinen kann.
  • Nicht nur eine globale Pandemie kann ein Grund dafür sein, dass eine vor Ort Besichtigung nicht möglich ist. Auch Wohnortwechsel machen es schwer, sich persönlich von der Wunsch-Kita zu überzeugen. Für Unternehmen, deren Betriebskita ein Benefit für ausländische Fachkräfte ist, kann der virtuelle Kita-Rundgang ein wirkungsvolles Tool sein, um von der neuen Arbeitsstelle zu überzeugen.
  • Im Marketing spricht man von einer Nachkaufbestätigung, wenn Kund:innen sich nach erfolgreicher Transaktion rückversichern, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Dieses Phänomen lässt sich auch auf den Kita-Platz übertragen, so ist es doch ein emotional stark aufgeladenes Thema. Im trubeligen Elternalltag verblassen dabei schnell die Erinnerungen an den vor Ort Besuch und man würde gerne noch einmal sehen, ob der Außenbereich wirklich so großläufig ist, wie man es im Kopf hat. Auch hier kann der virtuelle Kita-Rundgang helfen, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen, zu beruhigen und den Eltern ein gutes und sicheres Gefühl zu geben, sollte nochmal eine Welle des Zweifels anrollen.
  • Last but not least hätten wir noch das Thema Fachkräftemangel: Der virtuelle Kita-Rundgang kann nämlich ein ein nützliches Tool sein, um Bewerber:innen ein besseres Bild des zukünftigen Arbeitsplatzes zu vermitteln und so von der Einrichtung zu überzeugen (Virtual Recruting).

Best Practice: Das Kinder und Familienzentrum Martin-Luther im virtuellen Rundgang

Virtueller-Rundgang-Kita-Wolfsburg

Mit einem prüfenden Blick aufs Tablet vergewissern wir uns, dass die 360°-Aufnahmen im Außenbereich gelungen sind.

Kommen wir nun zurück zur Anfrage des Kinder- und Familienzentrum Martin Luther aus Wolfsburg. Die traf bei uns aus oben genannten Gründen nämlich voll ins Schwarze und wir waren Feuer und Flamme, die Einrichtung dabei zu unterstützen, virtuell erlebbar zu werden. Wie das konkret abläuft? Das erfahren Sie hier!

Making-Of: 360°-Shooting in der Kita

Die Erstellung des virtuellen Kita-Rundgang gliedert sich in drei Phasen:

  • Zunächst wäre da die Konzeption und Projektplanung, in der ein Zeitplan aufgestellt und das Konzept glatt gezogen wird: Was soll gezeigt werden? Wann können wir aufnehmen und vor allem: Wie sollen die Räume vorbereitet werden? Hierfür bieten sich natürlich am besten Schließtage an, wenn die Kita möglichst menschenleer und aufgeräumt ist. Besonderer Wert sollte darauf gelegt werden, personenbezogene Daten aus dem Weg zu räumen, um zum Beispiel zu vermeiden, dass Fotos der Kinder später im Internet zu sehen sind, die nicht dafür bestimmt sind. (Keine Sorge, natürlich lässt sich sowas notfalls auch rausretuschieren)
  • Sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, kann es losgehen: Mit unserer 360°-Kamera digitalisieren wir die Räume. Dafür machen wir zahlreiche 360°-Fotoaufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln, um ein möglichst vollständiges Bild zu erzeugen. Wie lange das 360°-Shooting vor Ort dauert, hängt in erster Linie von der aufzunehmenden Fläche ab – in der Regel sollten aber alle Aufnahmen aber nach einem halben bis ganzen Tag im Kasten sein.
  • Anschließend geht es in die Finalisierung: Die 360°-Aufnahmen werden in der Postproduktion zum virtuellen Rundgang zusammengefügt und können mit zusätzlichen Inhalten angereichert werden. Diese sogenannten Infopunkte sollten unbedingt genutzt werden, um das, was zu sehen ist, näher vorzustellen. Mit Texten, Bildern oder Videos kann so interaktiv die Einrichtung, Ausstattung und das Konzept vorgestellt werden. Um dem virtuellen Kita-Rundgang etwas mehr Persönlichkeit zu bieten, sind auch Videobotschaften aus dem Team eine tolle Möglichkeit, um sich näher vorzustellen. (Diese können wir entweder gemeinsam aufnehmen, oder Sie produzieren mit dem Smartphone und wir binden es einfach nur ein!)

Einbindung und Feedback zur virtuellen Kita-Tour

Nachdem alle Inhalte im virtuellen Rundgang verankert sind, kann es losgehen! Per iFrame lässt sich die digitale Kita-Besichtigung einfach auf der eigenen Website einbinden und -falls vorhanden- in Social Media sharen. Im Fall des Familienzentrums Martin-Luther kam der virtuelle Rundgang übrigens nicht nur bei den Eltern super an – Auch die Kleinen haben es als nützliches Tool entdeckt, um zu zeigen, wo sie den lieben langen Tag so spielen und der Link wird fleißig mit Oma, Opa und Paten geteilt. Aber lesen Sie doch einfach selbst, was Susanne Bertram-Adler, Leiterin des Kinder- und Familienzentrums über das Projekt sagt:

„Ich kann nur sagen, die Begleitung des Teams omnia360, angefangen von den ersten Gesprächen, über den Tag der Aufnahmen in unserem Kinder- und Familienzentrum und die Begleitung während der Fertigstellung waren für uns Pädagogen mal eine ganz neue, tolle Erfahrung! Herrlich unkompliziert und alle Fragen wurden prompt beantwortet. Viele unserer Eltern haben sich schon gemeinsam mit ihrem Kind in der Kita virtuell umgeschaut…sie waren ganz begeistert, vor allem auch die Kinder, die ihren Eltern nun erzählen konnten, wo sie den ganzen Tag mit ihren Freunden spielen. Wir sind die ersten in Wolfsburg, vielen Dank für eure tolle Unterstützung und das diese Idee ,durch euch, nun Realität geworden ist!“

Hier geht’s zum virtuellen Kita-Rundgang:


P.S. Wäre das Familienzentrum Martin Luther nicht gut 200 km weit weg, hätten wir uns sicherlich um einen Platz beworben. Zum Glück sind wir jedoch auch ohne virtuelle Besichtigung fündig geworden und haben einen tollen Platz in Hamburg bekommen. :-)

„Toy Story“ im Eltern-Kind Coworking Space Rockzipfel

Zum Abschluss möchten wir noch einen kleinen Exkurs in den Eltern-Kind Coworking Space „Rockzipfel“ machen. Dieser hat sich nämlich für einen besonders kreativen Umgang mit den Infopunkten entschieden und führt im Rahme einer „Toy Story“ durch die Büroräume: