Der Corona-Virus hat den Alltag in Deutschland völlig auf den Kopf gestellt: Kitas und Schulen haben geschlossen, Konzerte und Sportveranstaltungen fallen aus, das öffentliche Leben kommt zum Erliegen. Immer mehr Infektionen, immer mehr Absagen und immer mehr Einschränkungen – auch für die Wirtschaft, denn Covid-19 hat die deutsche Unternehmenswelt fest im Griff. Das beeinflusst natürlich auch unsere Arbeit bei omnia360, weshalb wir hier über Auswirkungen, Herausforderungen aber auch Chancen im Angesicht der Krise sprechen möchten.

Die ersten Auswirkungen der Corona-Krise

corona krise

Wie verändert die Corona-Krise unsere Arbeitswelt und was können Unternehmen tun?

Zugegeben, auch wir haben das Corona-Virus anfangs unterschätzt. Natürlich haben wir die Nachrichten aus China verfolgt und mit bangen Augen auf die steigenden Infektionszahlen geschaut. Jedoch war das weit weg. So fühlte es sich zumindest an, bis der Virus dann nach Europa schwappte…

Anfang März bekamen wir dann die Auswirkungen von Corona zum ersten Mal direkt zu spüren. Mit der Absage des Genfer Autosalons verloren wir einen Auftrag. Eigentlich sollten wir dort für einen Kunden einen Messestand digitalisieren – doch wo keine Messe, da auch kein Stand – sodass das Projekt kurzfristig ausfiel. Eine Woche später folgte die Absage der internorga in Hamburg und wir verloren den zweiten Auftrag innerhalb weniger Tage. Jetzt wurden wir langsam nervös. Es ist die erste richtige Krise für unsere Agentur und zu den Sorgen, um das Wohlergehen unserer Lieben und der eigenen Gesundheit, gesellen sich nun auch Sorgen um unser Unternehmen, das wir in den letzten drei Jahren mit ziemlich viel Blut, Schweiß und Tränen aufgebaut haben (siehe auch unsere Gründungsgeschichte). Ohne Frage, es gibt viele Branchen und Unternehmen, die die Corona-Krise wesentlich schlimmer trifft als uns und unser Herz blutet für all die Veranstalter, Messebauer, Künstler, Gastronomen und all die anderen, die nun vor einem großen Fragezeichen stehen, aber natürlich zwingt es uns auch, sich nun intensiv damit auseinander zu setzen, wie wir den neuen Herausforderungen am besten begegnen können.

New Work in Zeiten von Corona

Während die Hamsterkäufer eingangs noch größtenteils belächelt wurden, ist mittlerweile wohl kaum jemandem mehr zum Lachen zu Mute. Wie wir aus den Medien wissen, geht es nun vor allem darum, den Verlauf der Epidemie zu verlangsamen um einem plötzlichen, exponenziellen Anstieg der Corona-Infektionen entgegen zu wirken, damit unser Gesundheitssystem nicht überlastet. Flattern the Curve.

Das hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt. In vielen Unternehmen gilt nach wie vor das Paradigma, wer am längsten am Schreibtisch sitzt, sei besonders fleißig. Sie werden nun gezwungen, neue Arbeitsmodelle wie Home Office, Cloud-Computing und Videokonferenzen zu etablieren, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Der damit angestoßene Wandel könnte dazu führen, dass aus dem Kontrollverlust der Unternehmen Vertrauen wächst und es endlich weniger darum geht, wer am längsten am Computer sitzt, sondern viel mehr, welche Ergebnisse dabei erzielt werden.

Tools zur digitalen Zusammenarbeit

Deshalb wird es auch endlich Zeit, den Ruf von Videokonferenzen aufzupolieren. Sie gelten häufig noch als unsicher, unpersönlich und sind in vielen Fällen noch unerprobt. Natürlich ist eine Videokonferenz anders, als ein persönliches Gespräch und viele Gepflogenheiten lassen sich nicht 1 zu 1 in die virtuelle Welt übertragen -müssen sie aber auch nicht. Statt immer nur darüber zu sprechen, was Videokonferenzen nicht können, lassen sich nun auch ihre Mehrwerte besser erproben: So lässt sich Zeit sparen, Prozesse gestalten sich effizienter und die Videokonferenz schafft Freiräume für ein flexibleres Arbeiten. Das Potential der digitalen Zusammenarbeit lässt sich aber natürlich noch weiter ausschöpfen: In einem Cloud-basierten Dokument können Mitarbeiter gemeinsam die Notizen und Ergebnisse festhalten und mit virtuellen To-Do Listen und Kommunikationstools lassen sich Kollegen auch über laufende Projekte updaten, wenn die Distanz plötzlich den Büroflur übersteigt. Wie bei so vielen Dingen gilt für die digitale Zusammenarbeit: Übung macht den Meister und es gibt Grund zur Hoffnung, dass manches davon auch in den Zeiten nach Corona bleibt. Es ist schon viel geholfen, wenn sich am Anfang alle Beteiligten kurz nacheinander vorstellen, ein Mitarbeiter die Moderation übernimmt und das eigene Mikrofon ausgeschaltet bleibt, solange man nichts zu sagen hat.

Die Chancen der Digitalisierung nutzen

Das Corona-Virus beeinflusst die Arbeitsprozesse auch auf anderen Ebenen, schließlich muss es für Unternehmen ja irgendwie weitergehen. Der Online-Lieferdienst Lieferando stellt dafür zum Beispiel auf kontaktlose Zustellung um, der HVV verweist für den Ticketverkauf statt auf den Busfahrer auf Automaten und Apps und die Deutsche Bahn zeigt sich Reisenden gegenüber besonders kulant und gestattet vorübergehend auch den Umtausch von Bahntickets, die als Sparpreis gebucht wurden.

Fest steht: Dieses Jahr wird alles anders, denn während der soziale Kontakt auf ein Minimum beschränkt wird, sind vor allem technologische Lösungen gefragt, die physische Distanz ermöglicht, aber gleichzeitig digital überwindet. Für Immobilienmakler wird dadurch die virtuellen Besichtigung relevanter denn je, für Museen kann ein virtueller Museumsrundgang die Möglichkeit schaffen, das Ausstellungsangebot digital erlebbar zu machen und auch die virtuelle Messe bietet einen spannenden Ansatz, um das eigene Produktangebot interaktiv zu präsentieren.

Virtuelle Messe

Virtuelle_Messe

Digitale Lösungen wie eine virtuelle Messe gewinnen gegenüber Face-to-Face oder Großveranstaltungenan nun an Bedeutung.

Ob in Hamburg, Berlin, Paris, Genf, Bologna oder Leipzig – überall werden Messen abgesagt. Nach dem ersten Schock sehen sich nun viele Aussteller nach Alternativen um. Das Interesse an Virtuellen Messen ist dadurch so hoch wie nie und im gesamten Vorjahr haben wir dazu weniger Gespräche geführt, als in den letzten zwei Wochen. Kein Wunder, Unternehmen suchen händeringend nach Möglichkeiten, wie die bisherige Planung und investierte Zeit nicht vollkommen hinfällig wird und sie zumindest Teile ihres Messe-Konzepts in die virtuelle Welt übertragen können. Da liegt es nahe, den lang geplanten Messestand zumindest virtuell zu öffnen. Während wir zu Beginn der Corona-Krise in der Regel so gearbeitet haben, dass wir den Messestand vor Ort mit 3D-Scans und 360°-Aufnahmen digitalisiert haben (siehe auch Digitaler Messestand), ist nun Umdenken gefragt: Manches Unternehmen spielt mit dem Gedanken, den Messestand stattdessen am Unternehmenssitz aufzubauen, wo er dann aufgenommen werden kann. Eine Alternative, die ganz ohne den physischen Messestand auskommt, ist die Erstellung eines virtuellen Rundgangs vom Messestand auf Basis der Planungsdaten (siehe auch 3D-Showroom).

Natürlich hält die virtuelle Messe keinem Vergleich zur realen Messe stand, muss sie aber auch nicht. Während bei dem einen der persönliche Kontakt im Vordergrund steht, eröffnen sich hier ganz andere Einsatzmöglichkeiten und Mehrwerte. So kann der Messestand zum Virtual Showroom werden, mit multimedialen Inhalten lassen sich Hintergrundinformationen zu Produkten und Dienstleistungen geben oder er kann direkt mit dem Warenkorb verknüpft werden. Dabei eröffnen zusätzliche Online-Marketing Maßnahmen Chancen, damit neue Zielgruppen zu erreichen.

Livestreams und Webinare

Wir sollten dabei auch im Hinterkopf behalten, dass Konferenzen und Messen nur Teil der Kommunikation sind und nicht umgekehrt. Herausforderung und Chance zugleich ist es, Kunden- und Nutzerbedürfnisse in digitale Formate zu übersetzen und damit eine sinnstiftende Alternative anzubieten. So setzte die abgesagte Reisemesse ITB beispielsweise kurzerhand auf einen virtuellen Kongress und brachte die Inhalte von der Bühne auf den Bildschirm.  Ausschnitte aus dem Programm wurden teils in Echtzeit, teils in zeitversetzten Livestreams geteilt und stehen auch danach als Videos „on-demand“ zur Verfügung. Auch Webinare entfalten nun ihre ganze Stärke, um beispielsweise Workshops und Keynotes trotz Corona-Krise mit Interessierten zu teilen. Sie liefern eine digitale Plattform, um Inhalte weiterzugeben, Wissen zu teilen und in den virtuellen Austausch zu gehen.

Vor dem Hintergrund von Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind solche Angebote aber auch für die Zeit nach der Corona-Krise zukunftsfähig.

Virtual-Reality-Meeting

Virtual-Reality-Corona-Virus

Technologische Lösungen wie VR können es schaffen, Distanz zu ermöglichen und gleichzeitig zu überwinden.

Die Mehrzahl der virtuellen Konferenzen und – Meetings finden derzeit am Computer, Tablet oder Smartphone statt und laufen über klassische Videoformate. Einen Schritt weiter könnten wir mit der VR-Brille gehen: Virtual Reality bietet ein enormes Potenzial in Sachen Telepräsenz. So schafft das VR-Headset die idealen Voraussetzungen, um immersiv in das Meeting einzutauchen und das Gefühl zu schaffen, wirklich an diesem virtuellen Ort zu sein. Das bringt nicht nur starkes Bildmaterial für die PR-Abteilung, sondern kommt vor allem näher als kein anderes Medium an die Primär-Erfahrung ran (siehe auch Besser lernen mit VR).

Mit der VR-Brille können sowohl 360°-Videos von real gefilmten Workshops oder Fachvorträgen konsumiert werden, Nutzer können dort aber auch zum direkten Austausch zusammenkommen. Vorrreiter in Sachen VR-Meeting in Hamburg ist der Verein nextReality.Hamburg, in dem wir ebenfalls aktiv sind. Mit Beginn der Corona-Krise haben wir unsere Meetups kurzerhand in die virtuelle Realität verlegt – Mehr zum Thema virtuelle Events!

Gemeinsam durch die Corona-Krise

Aber auch Social Media wird nun wichtiger denn je, um sich zu informieren, zu vernetzen aber vor allem, um sich in schweren Zeiten zur Seite zu stehen. Selten wurde in Deutschland so offen über Sorgen und Nöte gesprochen und eine Welle der Solidarität schwappt durch das Netz. Man ermutigt sich gegenseitig, zu Hause zu bleiben, um niemanden zu gefährden. Nutzer teilen Empfehlungen für digitale Tools und Erfahrungsberichte aus dem Home Office und auf Twitter wurde bereits eine virtuelle Jobbörse gestartet, um Corona-geplagte Freelancer mit nicht minder geplagten Unternehmen zusammenzubringen. Das Corona-Virus wird unser soziales Leben verändern, niemand weiß für wie lange. Und wenn wir dabei in der realen Welt auf Abstand gehen müssen, sollten wir digital nun umso enger zusammenrücken.

Wir bleiben optimistisch und schicken euch viele Grüße aus dem temporären Home-Office! 👋 #wirbleibenzuhause