Die Corona-Krise hat dem Thema “3D-Produktpräsentation im Digitalen Showroom” ganz schön Aufwind gegeben: Abgesagte Messen, Kontaktbeschränkungen und nicht zuletzt der Lockdown stellen Unternehmen vor die Herausforderung, neue Wege zu gehen, um Produkte digital auf einem ansprechendem Weg zu präsentieren (Mehr zum Thema: Wie kann Virtual Reality in der Corona-Krise eingesetzt werden?). Eine spannende Alternative zur klassischen Website stellt der digitale Showroom dar, in dem die Produktpräsentation in eine interaktive 3D-Umgebung verlegt wird. Erfahren Sie mehr über die 3D-Produktpräsentation im digitalen Showroom und die verschiedenen Möglichkeiten auf Basis von 3D-Scans, CAD-Daten, 3D-Modeling oder Photogrammetrie.

Digital Showroom

In einem digitalen Showroom können Unternehmen ihr Leistungsangebot in einem interaktiven 3D-Raum vorstellen.

Was ist ein digitaler Showroom?

Ob virtueller Showroom, 3D-Showroom oder digitaler Showroom, das Kind hat viele Namen und entsprechend ist es nicht verwunderlich, wenn Ihnen im Informationsprozess langsam der Kopf schwirrt! Letztendlich können die Begriffe Virtual Showroom und Digital Showroom synonym füreinander verwendet werden, sie dienen als Überbegriff für einen virtuellen Raum, in dem Produkte in 3D präsentiert werden, die am Browser am Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone erkundet werden können. In der Regel lassen sich mit Hilfe von klickbaren Infopunkte Produktdetails aufrufen, um den Kunden einen interaktiven Informationsüberblick über das eigene Portfolio zu vermitteln. Dabei eignet sich der digitale Showroom ideal, um das eigene Unternehmen virtuell erlebbar zu machen.

Digitaler Showroom oder virtuelle Messe?

Der digitale Showroom und der digitale Messestand für eine 3D-Produktpräsentation sind eng miteinander verwandt und basieren technisch auf den selben Eckpfeilern, die Unterschiede sind in der Regel eher konzeptioneller Natur: Während die virtuelle Messe meist an ein bestimmtes Ereignis geknüpft ist, überdauert der digitale Showroom länger: Natürlich eignet sich ein thematischer Aufhänger, um die Aufmerksamkeit zum Launch zu befeuern, jedoch empfiehlt es sich, den digitalen Showroom als nachhaltigen Bestandteil auf der eigenen Website zu nutzen und Kund*innen hier eine informative Anlaufstelle zu bieten.

Für den virtuellen Messestand werden häufig die CAD-Daten des Messebauers herangezogen, um den real geplanten Messestand virtuell zu eröffnen. Diese bieten die Grundlage der 3D-Modellierung und werden für die Web-Präsentation aufbereitet. Alternativ kann auch ein realer Messestand mit Hilfe von 3D-Scans und 360°-Fotos digitalisiert werden, um einen virtuellen Messe-Rundgang zu realisieren (siehe auch: Virtueller Messerundgang). Natürlich kann der Messestand auch komplett neu modelliert werden, dann weichen die Grenzen zum digitalen Showroom aus Sicht der technischen Umsetzung auf: Zunächst wird ein Raumkonzept entwickelt, das 3D-Modell wird gebaut und anschließend eine Web-Anwendung erzeugt, mit der die Nutzer den virtuellen Raum erkunden können.

Wie entsteht ein digitaler Showroom zur 3D-Produktpräsentation?

Technisch gibt es zwei zentrale Unterschiede bei der Erstellung des digitalen Showrooms, abhängig davon, ob er nach dem Vorbild eines realen Raums erstellt oder völlig neu entwickelt werden soll:

Digitaler Showroom mit 3D-Scans und 360°-Fotografie

Wenn es darum geht, einen realen Raum in der digitalen Welt begehbar zu machen, bildet ein 360°-Shooting die Grundlage. Das heißt, es werden zahlreiche 360°-Fotos vor Ort gemacht, die anschließend zu einem virtuellen Rundgang zusammengefügt werden (Virtuellen Rundgang erstellen – so geht’s). Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass es bereits einen physischen Raum gibt, der sich auf diesem Wege digitalisieren lässt. Dann ist dies in der Regel der schnellste und kostengünstigste Weg, da das Raumkonzept in der Regel bereits feststeht. (Was kostet ein virtueller Rundang?) Ein Beispiel bietet unser Projekt für Inovator, deren Tür- und Tor-Ausstellung in Langenfeld in einer 3D-Tour besucht werden kann:

Digitaler Showroom als 3D-Rendering

Anders sieht es aus, wenn wir uns in den Bereich des 3D-Modellings begeben: Hier liegt das Land der unbegrenzten Möglichkeiten vor uns und wir können den digitalen Showroom frei nach Ihren Ideen und Vorstellungen modellieren: Natürlich können wir uns dabei an einen realen Ort anlehnen, er kann aussehen wie ein Messestand oder wir können ein völlig neues Konzept für eine einzigartige Kundenansprache entwickeln. Besonders charmant wird es erfahrungsgemäß, wenn der digitale Showroom in einer ansprechenden Produktumgebung stattfindet. So haben wir diesen für ein Unternehmen aus dem Bereich Straßenbau beispielsweise auf einen Autobahnabschnitt verlegt, wo Kund*innen das Leistungsangebot in einem realistischen Einsatzszenario erkunden können. Vor allem bei komplexen und erklärungsbedürftigen Produkten aus dem industriellen Umfeld kann ein solches Konzept helfen, um Barrieren abzubauen und den Anwendungszweck stärker in den Vordergrund zu stellen, sowie das Interesse der Nutzer*innen zu steigern. Nicht zu vernachlässigen ist natürlich auch, dass eine kreative und visuell ansprechende Präsentation deutlich stärker im Kopf bleibt, als ein schlichter und standardisierter Raum.

Dies ist dann auch der erste Schritt, auf dem Weg zum digitalen Showroom: Die Erstellung des Raumkonzepts und die anschließende Umsetzung durch einen 3D-Artisten. Aber wie kommen Ihre Produkte eigentlich in den 3D-Raum?

3D-Produktpräsentation im digitalen Showroom

3D-Produktpräsentation auf Basis von CAD-Daten

Da heutzutage viele Produkte bereits in 3D geplant werden, können wir uns diese Daten bei der Erstellung des Digitalen Showroom zu nutze machen: Die CAD-Daten bieten nämlich die perfekte Grundlage für die digitale Produktpräsentation und können von unseren 3D-Artisten einfach aufbereitet werden, um sie anschließend im digitalen Showroom zu platzieren. Besonders gut eignen sich hier OBJ oder FBX-Dateien, aber auch andere Datenformate lassen sich aufbereiten.

3D-Produktpräsentation auf Basis von Photogrammetrie

3D-Produktpräsentation mit Photogammetrie

Photogammetrie ermöglicht eine 3D-Produktpräsentation im digitalen Showroom. Hier ist Thorben gerade dabei, die Exponate des Hansewerk-Showrooms (siehe unten) zu digitalisieren.

Kein Grund zu verzagen, wenn noch keine 3D-Daten vorhanden sind, auch hierfür gibt es verschiedene Lösungen: Eine davon wäre Photogrammetrie. In dem Fall digitalisieren wir das Objekt mit zahlreichen Fotoaufnahmen, um daraus ein 3D-Modell zu erstellen. Nach einem kurzen Clean-Up lässt sich auch dieses Objekt im 3D-Raum platzieren. Das unten stehende Beispiel für Hansewerk gibt hier einen Eindruck, wie das Ergebnis im späteren Showroom aussehen kann!

3D-Produktpräsentation auf Basis von  3D-Modeling

Die dritte Möglichkeit besteht darin, die Produkte in 3D nachzumodellieren. Hier helfen Maßangaben und Bildvorlagen, an denen sich der 3D-Artist orientieren kann.

Grafikelemente im digitalen Showroom

Es müssen aber gar nicht immer 3D-Objekte sein: Natürlich können wir Ihr Unternehmen auch mit Video- und Grafikelementen im digitalen Showroom erlebbar machen und ähnlich wie in einer Galerie die Wände bespielen, hier liefert unser digitaler Showroom für eemobility ein ansprechendes Beispiel.

Erstellung der interaktiven 3D-Anwendung

Nachdem das 3D-Modell erstellt und abgenommen wurde, geht es in die nächste Projektphase: Die Erstellung der interaktiven 3D-Anwendung, damit die Nutzer*innen den digitalen Showroom in ihrem Browser erkunden und per Smartphone, Tablet oder Desktop in die Unternehmenswelt eintauchen können. Kurze Ladezeiten sind nicht nur für eine optimale Experience sondern auch für Suchmaschinen das A&O, weshalb wir für eine optimale Performance wie folgt vorgehen: Statt der freien Bewegung im 3D-Raum exportieren wir 360°-Fotos von zentralen Standpunkten, die wir zu einer 360°-Web VR-Anwendung verknüpfen. Für diese Art von virtuellen Rundgang können wir nun ein individuelles Interface erstellen, mit dem wir den Nutzer*innen Orientierung im digitalen Showroom bieten und so die Usability der Anwendung erhöhen. Den Clou bieten die klickbaren Infopunkte: Darüber lassen sich Produktinformationen, Datenblätter, Videobotschaften oder Kontaktformulare integrieren, um den Informationsbedarf der Nutzer*innen mit wenigen Klicks zu decken. Natürlich können auch Links gesetzt werden, damit aus den Usern echte Kunden werden.

Digital Showroom: Hansewerk

Erkunden Sie mit Klick auf das Bild den virtuellen Showroom von Hansewerk.

Einbindung und Distribution des Digitalen Showrooms

Ein digitaler Showroom kann die zentrale Anlaufstelle für all Ihre Interessenten sein und ermöglicht immer und überall eine orts- und zeitunabhängige Produktpräsentation. Dies gelingt am besten mit der richtigen Distributionsstrategie, denn natürlich kommt es stark darauf an, worin die Ziele Ihres digitalen Showrooms eigentlich bestehen. Geht es Ihnen beispielsweise darum, neue Leads zu generieren, empfehlen wir Ihnen, den digitalen Showroom einfach als iFrame in Ihre Website einzubinden und den Link zum Ausstellungsraum einfach per E-Mail und Social Media zu teilen. Neue Kontakte lassen sich beispielsweise in Kombination mit einer LinkedIn-Kampagne generieren, hierfür können wir Sie gerne mit geeignetem Teaser-Material versorgen.

Auf der anderen Seite ist es natürlich auch möglich, den digitalen Showroom für einen exklusiven Personenkreis vorzuhalten. Natürlich können wir die Anwendung mit einem Passwort schützen und Sie können dieses beispielsweise auf Anfrage versenden. Alternativ können Kund*innen auch Termine vereinbaren, bei denen ein Vertriebsmitarbeiter durch den digitalen Showroom führt und das Leistungsangebot persönlich vorstellt und live Rede und Antwort steht.

Letztendlich gibt es hier eine Reihe von Möglichkeiten, um den digitalen Showroom zum Erfolg zu machen, wichtig ist nur, dies frühzeitig mit einzuplanen. Denn der schönste Raum bringt nicht, wenn er am Ende nicht gesehen wird und wir stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Und was kostet ein Digitaler Showroom?

Puh, das ist natürlich die Frage aller Fragen, was? Wir wissen, wie unbefriedigend die Antwort “Es kommt ganz drauf an” ist – aber leider ist es tatsächlich so, denn der Aufwand hängt stark vom jeweiligen Projektumfang ab. Unsere digitalen Showrooms sind kein Produkt von der Stange, sondern individuell gestaltet. Entsprechend gibt es kein modulares Baukastensystem, statt dessen freuen wir uns, Ihnen einen passenden Kostenvoranschlag auf Basis Ihrer persönlichen Ideen und Anforderungen zu machen. Hier können Sie Ihren unverbindlichen Kennenlerntermin vereinbaren. Um diesen Prozess zu vereinfachen, helfen uns Antworten auf die folgenden Fragen, um eine erste Preisorientierung zu schaffen:

  • Gibt es einen realen Showroom als Vorlage oder soll der 3D-Raum frei modelliert werden?
  • Haben Sie besondere Wünsche an das Raumkonzept?
  • Was soll präsentiert werden?
  • Wie viele Produkte sollen gezeigt werden?
  • Gibt es bereits 3D-Daten der Produkte, die wir als Grundlage nehmen können?
  • Welche Anforderungen bestehen sonst noch?