Augmented Reality erweitert die reale Welt um digitale Inhalte und bietet dem Marketing damit großartige Möglichkeiten, Kunden zu begeistern. Wenn es also um die neusten Trends im Online-Marketing geht, darf Augmented Reality nicht fehlen. Im folgenden Beitrag möchten wir Ihnen das Thema AR-Marketing am Beispiel von sieben gelungenen Use Cases für einen Einsatz vom Augmented Reality im Marketing vorstellen.

Augmented Reality im Marketing

Augmented Reality im Marketing bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten, Kunden zu begeistern – nicht zuletzt, weil AR mit dem Smartphone einfach und überall abrufbar ist.

Was ist Augmented-Reality-Marketing?

Einfach übersetzt bedeutet Augmented Reality „Erweiterte Realität“, wir ergänzen die Realität mit technischen Hilfsmitteln um digitale Elemente (siehe dafür auch Was ist Augmented Reality?). Ähnlich wie Virtual Reality zählt AR zu den immersiven Medien, der Übergang zwischen den Technologien ist dabei fließend und lässt sich am besten mit dem „Reality-Virtuality-Continuum“ beschreiben (siehe auch der Unterschied zwischen VR & AR). Die linke Seite des Kontinuums umfasst die Wirklichkeit, also alles, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen (z.B.  360-Grad-Videos). Erweitert man die Realität um virtuelle Elemente, sind wir im Bereich von Augmented Reality. Noch einen Schritt weiter, wenn wir überwiegend künstliche Szenarien vor uns haben, in die echte Objekte oder Menschen integriert sind, sprechen wir von Augmented Virtuality. Eine komplett künstliche computergenerierte Welt, die den User vollständig umgibt, ist die sogenannte Virtual Reality.

Die Stärke des immersiven Marketings besteht darin, dass die Technologie es den Usern ermöglicht, vollständig in den Inhalt einer Anwendung einzutauchen und so ein echtes Präsenz-Gefühl zu erzeugen.

AR-Brille

AR-Brillen wie die Microsoft Hololens sind noch längst nicht im Massenmarkt angekommen.

Die Vorteile von AR-Marketing

Im Gegensatz zu Virtual Reality hat Augmented Reality den enormen Vorteil, nicht auf teure Brillen angewiesen zu sein. Die Technologie lässt sich mit verschiedenen Ausgabegeräten konsumieren und eines davon hat mittlerweile fast jeder von uns in seiner Hosentasche: Die Rede ist von Mobile-AR. Auf dem Smartphone oder Tablet ergänzt AR-Software das Live-Bild der Kamera um virtuelle Elemente, die auf dem Display sichtbar werden. Dort bietet Augmented Realty viel kreatives Potenzial, um Nutzer auf neuem Wege zu erreichen: Statt Inhalte nur passiv zu konsumieren, bietet AR eine stark aktivierende Wirkung, um mit den digitalen Elementen zu interagieren. Marken können so leicht mit ihren Kunden in Kontakt treten, Produkte direkt in die eigene Lebenswelt der Konsumenten bringen, unterhalten und eine Beziehung aufzubauen. Dabei lässt sich Mobile Marketing mit Augmented Reality einfach mit anderen Marketingdiziplinen wie Social-Media-Marketing (siehe dafür AR-Marketingmaßnahme Nr. 3) und Suchmaschinenoptimierung (siehe dafür AR-Marketingmaßnahme 7) kombinieren.

Neben mobile-AR gibt es bereits AR-Brillen, die derzeit aber noch eher futuristisch anmuten. Prominente Beispiele sind die Microsoft Hololens und die Magic Leap, die aktuell aufgrund ihrer hohen Anschaffungskosten und begrenzter Funktionalitäten eher für Spezialanwendungen zu gebrauchen sind. Der Durchbruch am Massenmarkt lässt jedoch auf sich warten. (siehe dazu Die Entwicklung von Augmented Reality)

Die dritte Möglichkeit, um Augmented Reality zu nutzen, sind projektionsbasierte AR-Lösungen, die im Marketing ebenfalls bereits erfolgreich eingesetzt werden. Auch diese werden Ihnen in unseren 7 Beispielen für AR-Marketing begegnen.

7 Beispiele für Augmented Reality-Marketing: Ideen und Einsatzbereiche

Bereits seit dem großen Erfolg von Pokémon Go im Sommer 2016 haben viele Marketer die Technologie auf der Watchlist, doch oft fehlten Ideen und konkrete Use Cases, um eigene AR-Projekte umzusetzen. Die Einsatzmöglichkeiten von Augmented Reality im Marketing sind vielfältiger, als man zunächst denken mag. Wir haben Sie in sieben verschiedene Einsatzfelder unterteilt, die sich je nach Kommunikationsziel stark unterscheiden können. Was alle gemeinsam haben: Aktuell können Marken noch gut von der Neuheit der Technologie profitieren, da sich Konsumenten an dem neuen Format noch nicht satt gesehen haben. Denn das Augmented Reality in den nächsten Jahren an Relevanz gewinnen wird, zeigt sich auch daran, dass die Tech-Giganten Apple, Google und Facebook zunehmend in die Technologie investieren.  Lassen Sie sich nun von den verschiedenen Beispielen für AR-Marketing inspirieren:

AR-Marketing 1: Living Product

Betrachten wir zum Einstieg AR-Marketingmaßnahmen, die sich im Kommunikationsumfeld “Home” abspielt. Sie erreicht den Konsumenten in seinem privaten Umfeld und fügt sich in seine Nutzungsgewohnheiten ein. Beim Living Product stellt ein physisches Objekt, im Konsumgütermarketing meist das zu vermarktende Produkt, einen elementaren Bestandteil der Maßnahme dar. Das Produkt fungiert als AR-Marker und wird zum Leben erweckt, wie beim Beispiel Bakoma. Hier wird der Joghurt-Becher vom Konsumenten mit der Smartphone- oder Tabletkamera erfasst, woraufhin das Werbemaskottchen auf dem Monitor erscheint und mit Produkt und Konsument interagiert:

Diese AR-Maßnahme eignet sich, um Konsumenten emotionaler an Produkte und Marken zu binden. Im besten Fall gelingt es, sie zu Botschaftern zu machen, die Freunden und Verwandten das AR-Erlebnis zeigen.

AR-Apps

“Living Product”-Maßnahmen können aber auch praktischer Natur sein: Die AR-App von DHL hilft Kunden beispielsweise dabei, die richtige Paketgröße zu finden. Dafür können Kunden den zu verschickenden Gegenstand mit ihrer Smartphone-Kamera scannen, anschließend werden ihm virtuell die verschiedenen Paketgrößen eingeblendet, anhand derer leicht ersichtlich wird, welches Format er für seinen Versand benötigt. Diese AR-Marketingmaßnahme überzeugt durch ihren ganzheitlichen Ansatz als “Lebenserleichterer”: Anschließend können Kunden nämlich mobil direkt die passende Versandmarke kaufen und die Bestellung in der e-Filiale der Deutschen Post abgeschlossen werden.

Augmented Reality im eCommerce

Vor allem wenn es um Produkte geht, bei denen Fotos und Videos nicht ausreichen, um sie vollständig darzustellen, kann Augmented Reality eine wirkungsvolle Lösung darstellen. Ein gelungenes Beispiel einer Living Print AR-Maßnahme aus dem Bereich E-Commerce stellt die AR-App yourhome von OTTO dar. Nutzer können damit Möbelstücke schon einmal digital im eigenen Zuhause ausprobieren . Durch die Smartphone-Kamera sieht man seine eigenen vier Wände und kann darin dann das gewünschte Objekt platzieren, um zu sehen, wie es wirkt. Schon lässt sich deutlich besser beurteilen, ob die neue Stehlampe wirklich so gut in die geplante Wohnzimmer-Ecke passt, oder eben nicht. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert die IKEA Place AR-App, mit der sich die verschiedenen Einrichtungselemente auf dem Smartphone-Display virtuell im eigenen Zuhause platzieren lassen.

AR-Marketing 2: Living Print

Living Print-Aktionen richten sich ebenfalls an das private Umfeld des Konsumenten und funktionieren auch mit Hilfe eines AR-Markers. Statt eines Produkts werden bei diesem Maßnahmentyp Druckerzeugnisse zum Leben erweckt. Von Anzeigen in Tageszeiten, Magazinen oder Geschäftsberichten, über Kataloge, Prospekte und Broschüren bis hin zur Visitenkarte lässt sich so ziemlich jedes Print-Kommunikationsmittel virtuell erweitern. Auf diesem Wege lassen sich Hintergrundinformationen vermitteln oder einfach zusätzliche Reize erzeugen, die den Konsumenten stärker aktivieren, seine Betrachtungszeit verlängern und damit das Involvement steigern. Vertriebsunterstützend wirkt es sich bestenfalls positiv auf die Conversion-Rate aus:

AR-Marketing 3: Virtual Fitting und AR-Filter

Virtual Fitting-Maßnahmen haben ein klares Sales-Ziel und sind besonders für Unternehmen aus dem Bereich eCommerce relevant. Mit Hilfe von Augmented Reality können Konsumenten Produkte virtuell anprobieren und so das wahrgenommene Kaufrisiko zu senken. Bei der Virtual Fitting App von L’Oreal registriert die Smartphone-Kamera das eigene Gesicht und erweitert es um das virtuelle Makeup, um so das Problem einer fehlenden Anprobe beim Online-Kauf zu lösen. Neben einer erfolgreichen Produktberatung helfen sie in der Regel auch bei der Steigerung der Markenbindung und -bekanntheit, in dem die virtuellen Try Ons einfach via Social Media geteilt werden können.

AR-Filter in Social Media

Die Virtual Fitting Maßnahmen lassen sich in die selbe Kategorie von Augmented Reality-Marketing einordnen, wie AR-Filter. Diese werden vor allem in Social Media immer beliebter, so können sie dort für witzige und überraschende Effekte in Selfies sorgen. Vorreiter in Sachen AR-Filter sind die Social Networks Snapchat und Instagram. Ein gelungenes Beispiel für AR-Marketing mit Social-Media-Filtern liefert Dr. Oetker für das Produkt “Ristorante Pizza”. Hierfür kreierte das Unternehmen den Filter “Welche Pizza Bist Du”, der es den Usern mit Hilfe des Zufallsprinzips ermöglicht, die richtige Pizza-Wahl zu treffen. Der Unterhaltungsfaktor dieser AR-Maßnahme ist groß und führt dazu, das Nutzer*innen aktiv mit der Werbung interagieren und die Ergebnisse im besten Fall noch weiterverbreiten. Besonders in Kombination mit Influencer Marketing können AR-Filter zu einem wahren Awareness-Magneten werden. Influencer können hierbei die erstellten Filter der Marken verwenden, um so auch visuell auf das besagte Produkt, Dienstleistung oder ein Event aufmerksam zu machen. Mit Hilfe von Spark AR, einer von Facebook entwickelten Augmented-Reality-Software, lassen sich Instagram AR-Filter mittlerweile einfach selbst erstellen.

AR-Marketing 4: Attention Display

Für den AR-Marketingmaßnahmen Typ 4 verlassen wir das heimische Umfeld des Konsumenten und begeben uns an frequentierte Plätze in der Öffentlichkeit. Dort können Attention Displays die Aufmerksamkeit größerer Personengruppen erregen.

Der Magic Mirror wurde bspw. in einem Einkaufszentrum in Berlin aufgestellt, um die Erfrischungstücher „Tempo fresh to go” zu bewerben. Bei dieser Maßnahme konnten sich Passanten selbst auf einem großen Monitor wie durch einen Spiegel sehen. Das Spiegelbild wurde jedoch um virtuelle Inhalte augmentiert:

Auch Pepsi setzte im Rahmen der Kampagne Unbelievable Pepsi auf Augmented Reality mittels projektionsbasierter AR, indem eine Bushaltestelle in ein interaktives Kommunikationsmittel verwandelt wurde. Ein transparenter Monitor mit einer Kamera an der Werbefläche nimmt die dahinterliegende Straße im Livestream auf, sodass beim Passanten der Eindruck erweckt wird, durch ein Fenster zu blicken. Das angebliche Fenster ermöglicht jedoch einen Ausblick in eine teils virtuelle Welt, denn der Videostream wird um virtuelle Elemente ergänzt, die bei den Passanten den Eindruck angreifender Aliens oder eines anstürmenden Tigers erwecken:


Ziel dieses AR-Maßnahmentypus ist eine spektakuläre Markeninszenierung mit einem hohen Unterhaltungswert, der einen spielerischen Zugang zur Marke ermöglicht, Neugier weckt und damit das Markenbewusstsein steigert. Besonders überraschende und begeisternde Attention Displays könnten darüber hinaus in der Lage sein, die Konsumenten anzuregen die Kommunikationsbotschaft viral weiterzuverbreiten und damit die Reichweite zu erhöhen.

AR-Marketing 5: AR to Go

AR to Go erinnert ein bisschen an Pokémon Go, da sie den Konsumenten unterwegs zur Interaktion mittels Smartphone anregen. Becks hat im Rahmen der Kampagne Green Box grüne Boxen an Sehenswürdigkeiten in verschiedenen Städten aufgestellt, die als Marker von Konsumenten gescannt werden konnten. Anschließend erschienen auf dem Handheld-Monitor die von Nachwuchskünstlern entworfenen virtuellen Erweiterungen der Sehenswürdigkeiten.

AR Ads

Auch Burger King setzt mit einer Augmented-Reality-App auf AR to Go: Für die “Burn That Ad”-Kampagne wurde die Burger King Mobile Ad in Brasilien mit einem Augmented Reality Feature ausgestattet. Sobald die Frontkamera im Smartphone das Logo eines Fast Food Mitbewerbers erkennt, kann der Nutzer dieses in Flammen aufgehen lassen. Dank AR sieht der Nutzer also beispielsweise animierte Flammen über einer McDonalds-Werbetafel auf seinem Smartphone-Display. Als Belohnung erhält der Nutzer einen Code für einen kostenlosen Whopper Burger beim nächsten Burger King Besuch.  Ariel Grunkraut, Burger King’s Marketing und Sales Director für Brasilien begründet die Marketing-Maßnahme so: “Technologie als Mittel für eine optimale Kundenerfahrung einzusetzen, ist eines unserer Hauptinvestitionsziele im Jahr 2019. Unsere BK Express-Erfahrung ist eine neue Bezahlmethode per Mobiltelefon, die ab sofort in ganz Brasilien verfügbar ist. Um diese bekannter zu machen, bieten wir unseren Kunden diese unterhaltsame Interaktion in Augmented Reality durch die App.”.

AR-Marketing 6: Magic Mirror

Die Product Preview findet in der Regel am Point-of-Sale statt und hat damit eine eindeutig direkte Verkaufsabsicht. Am Beispiel der LEGO Digital Box wird das Produkt im Verkaufsraum zum AR-Marker. Scannt der Konsument die Produktverpackung am AR-Termin, erscheint das fertig aufgebaute Modell auf dem Display. Ähnlich wie beim Virtual Fitting lässt sich das Kaufrisiko beim Konsumenten senken, indem er vorab prüfen kann, was ihn nach dem Kauf erwartet. Durch erste Interaktionsmöglichkeiten entsteht darüber hinaus bereits eine Verbundenheit und das Kaufbegehren steigt.

augmented-reality-marketing-lego

Am Point-of-Sale nutzt Lego Augmented Reality im Marketing zur Produktvorschau.

Auch im Rahmen der Schaufenstergestaltung können AR-Terminals eingesetzt werden. Timberland macht es mit einem Schaufenster-Display vor, welches die neue Kollektion am eigenen Körper vorführt. Neben der Vermittlung von Produktinformationen verfügt Augmented Reality über eine “Stopping Power” und kann die Aufmerksamkeit bei den Passanten wecken, um sie in das Geschäft zu locken.

AR-Marketing 7: Living Presentation

Auch auf Messen kann Augmented-Reality-Marketing wirkungsvoll eingesetzt werden. Living Presentation beschreibt AR-Maßnahmen, die zur  innovativen Unterstützung der Messepräsentation angewendet werden. Dadurch lassen sich reale Objekte, die bspw. wegen ihrer Größe oder Komplexität nicht live präsentierbar sind, virtuell darstellen und es den Messebesuchern sogar ermöglichen, mit diesen zu interagieren. AR kann darüber hinaus unterstützend eingesetzt werden, um verschiedene Konfigurationen zu veranschaulichen, wie im folgenden Beispiel von Mercedes Benz  Zur Markteinführung eines neuen Fahrzeugs wurden neben dem realen Modell iPad-Stationen installiert, über die das Fahrzeug in individuellen Designs aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet werden konnte. Mit diesen Maßnahmen ließen sich, insbesondere durch die Einbeziehung der Messebesucher, frühzeitig Aufmerksamkeit für das Produkt erregen.

Suchmaschinenoptimierung mit GoogleAR

Aber auch die Suchmaschine Google schafft immer bessere Voraussetzungen für “Living Presentation”-Augmented Reality in den Suchergebnissen. In 2019 wurde das Feature “In 3D ansehen” eingeführt, die nicht nur für eine erhöhte Sichtbarkeit in den mobilen Suchergebnissen führt: Die Stärke der AR-Funktion fürs Marketing besteht darin, dass sich das ausgewählte 3D-Objekt direkt in die Lebenswelt des Users platzieren lässt, um so Kaufbarrieren ab- und eine emotionale Bindung aufzubauen. Zur Einführung von Google AR startet die Suchmaschine mit 3D-animierten Tieren (siehe Bild unten). Dafür muss lediglich der gewünschte Tiername auf einem aktuellen Android-Smartphone (Android 7.0 oder höher) mit ARCore-Unterstützung oder einem neueren ARKit-kompatiblem iPhone (iOS 11.0 oder höher) in die Suchleiste eingegeben werden, mit dem Button “In 3D ansehen” lässt sich die AR-Funktion starten. Es ist kein App-Download notwendig. Das ausgewählte Tier kann anschließend im Wohnzimmer, Garten oder wo auch immer man sich gerade befindet platziert werden und von allen Seiten betrachtet werden.

Mittlerweile nutzen auch schon erste Marken Google AR, um das Online-Shopping-Erlebnis mit Hilfe von Augmented-Reality-Marketing zu verbessern.

Google-AR-Marketing

Google zeigt in der mobilen Suche 3D-animierte Tiere an – und bringt sie mittels Augmented Reality auf dein Handydisplay.

Mehr AR-Marketing gefällig?

Dann informieren Sie sich hier über unser Workshop-Angebot!