Mal eben durch das Louvre schlendern und anschließend einen Abstecher ins Museum of Modern Art in New York machen? Die Vorstellung klingt für Kulturfreunde sicherlich verlockend und wird mit einem Virtuellen Museumsrundgang zunehmend Realität. Denn 3D-Scans und 360-Grad-Aufnahmen bieten Museen und Kultureinrichtungen zahlreiche neue Chancen und Möglichkeiten, ihre Ausstellungen digital zu präsentieren.

Wie Museen und Besucher vom digitalen Museumsangebot profitieren können, stellen wir im folgenden Blog-Beitrag vor. Dafür starten wir am besten direkt mit einem Beispiel, der Sie mit Klick auf den Play-Button in das Planetarium Hamburg führt:

Warum brauchen wir digitale Museen?

Volles Präsenzgefühl im Virtuellen Museumsrundgang

Das Einscannen von Bildern und Objekten schafft es in erster Linie, die Details zu bewahren. Es stößt jedoch an seine Grenzen, wenn es darum geht, das große Ganze zu vermitteln und ein vollständiges Raumgefühl des Museumsangebots zu schaffen. Hier entfaltet 360°-Technologie seine volle Stärke: Statt im 4:3 oder 16:9 Format werden Kugelpanoramen aufgenommen – das könnt ihr euch so vorstellen, als würdet ihr in der Mitte einer Kugel stehen und die gesamte Innenfläche dieser Kugel ist unsere Leinwand, auf der wir uns frei umschauen können (siehe auch Die Evolution des Bild-Contents). Um ein Kugelpanorama zu erschaffen, nehmen wir mit unserer Kamera also gleichzeitig in alle Richtungen auf, sodass nicht länger der Produzent, sondern  später der Zuschauer selbst den interessantesten Blickwinkel auswählen kann.

virtueller Museumsrundgang Hamburg

Der virtuelle Museumsrundgang durch das Planetarium Hamburg lässt sich einfach vom Smartphone, Tablet und PC aufrufen.

Für einen Virtuellen Rundgang  werden anschließend zahlreiche Kugelpanoramen so miteinander verknüpft, dass beim Nutzer der Eindruck entsteht, virtuell durch das gesamte Gebäude laufen zu können. Das volle Präsenzgefühl entsteht in der Kombination mit 3D-Daten, die den digitalen Zwilling des Museums oder Denkmals noch realistischer macht.

Der virtuelle Museumsrundgang als digitale Erlebnistour

Richtig spannend wird der virtuelle Museumsrundgang jedoch, wenn er über die reine Visualisierung hinaus geht und ein ganz eigenes Erlebnis der digitalen Kulturvermittlung schafft: Hier kommen sogenannte Hotspots oder Infopunkte ins Spiel, mit denen sich Wissen interaktiv vermitteln lässt. Dabei ist der Kreativität kaum eine Grenze gesetzt und neben Hintergründen zu den Exponaten kann beispielsweise ein Guide im Videoformat durch das digitale Museum führen.

Um möglichst viele Besucher mit auf den virtuellen Museumsrundgang zu nehmen, sollte er im besten Fall über alle Endgeräte abrufbar sein: Vom Smartphone, über das Tablet bis zum Laptop und Computer. Besonders stark wird das Präsenzgefühl, wenn das virtuelle Museum als Virtual-Reality-Rundgang erkundet wird, da in diesem Fall die reale Umgebung drum herum vollständig ausgeblendet wird und man ganz in die virtuelle Welt eintauchen kann.

Interaktive Museumsrundgang zur digitalen Kulturvermittlung

Bei der Konzeption eines virtuellen Museumsrundgangs stehen verschiedene technologische Möglichkeiten zur Verfügung, die abhängig vom Ziel und Konzept der Kulturvermittlung ausgewählt werden müssen. Im obigen Beispiel wurde für eine möglichst realitätsnahe Raumvermittlung in erster Linie mit 360°Fotoaufnahmen gearbeitet. Sollen stattdessen Inhalte, oder ganze Geschichten vermittelt werden, kann ein interaktiver Museumsrundgang das geeignetere Mittel der Wahl sein. In einer VR-Anwendung können dafür 360°-Videos zu einem Rundgang miteinander verknüpft werden, sodass beispielsweise ein Guide durch das Museum führen kann:

interaktive-Museumstour

Erkunden Sie das Freilichtmuseum Molfsee in einer interaktiven Museumstour!

Die Vorteile eines Virtuellen Museumsrundgangs zusammengefasst:

Nach wie vor sind viele Museen trotzdem zögerlich. Häufig gibt es Bedenken, dass weniger Leute persönlich vorbei kommen, wenn sie das Angebot vorab bereits online erkunden können. Aber ganz ehrlich, mindert es Ihre Lust, nach New York zu reisen, nur weil Sie die Stadt bereits in zahlreichen Filmen gesehen haben? So interessant ein virtuelle Museumsrundgang auch ist, so ist er doch kaum ein Vergleich zum realen Erlebnis, denn aller innovativen Technologien zum Trotz lässt sich die Aura der Werke kaum in die virtuelle Welt übertragen. Niemand hat also die Absicht, mit einem virtuellen Museumsrundgang die Realität zu ersetzen. Vielmehr stellen digitale Lösungen eine Ergänzung des bestehenden Kulturangebots dar. 

Virtueller Museumsrundgang

Ein digitaler Museumsrundgang schafft zeit- und ortsunabhängigen Zugang zu Kultur.

Statt also interessierte Besucher abzuhalten, helfen Virtuelle Museumsrundgänge in der Regel viel mehr dabei, auch bei neuen Zielgruppen das Interesse zu wecken. So spricht eine interaktive Onlinepräsenz auch jüngere Zielgruppen an, die sich davon überzeugen können, dass Museen alles andere als verstaubt sein können. Aber auch Interessierte aus fernen Städten und Ländern, die das analoge Vor-Ort-Programm kaum erreicht hätte, können so zu digitalen Besuchern werden. Das reicht bis zu Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen nicht mehr so leicht am öffentlichen Leben teilnehmen können und denen so ein barrierefreier Zugang zum Museum gewährt wird.

Letztendlich liegt es in der Hand des Museums selbst, wie viel der virtuelle Gast sehen darf und welche Bereiche ihm online zugänglich gemacht werden. Ob es lediglich ein kleiner Appetizer werden soll, oder die Digitalisierung einer temporären Ausstellung, das hängt ganz von den individuellen Zielen und Gegebenheiten des jeweiligen Museums ab.

Mehr Virtuelle Museen und digitale Kunst:

Nachdem wir nun hoffentlich Ihre Lust auf virtuelle Erkundungstouren geweckt haben, empfehlen wir zum Abschluss den folgenden Link für eine kleine Auswahl unserer spannendesten VR-Touren für den Blick hinter die Kulissen. Möchten Sie mehr zum Thema Virtual Reality im Museum oder dem immersiven Lernen erfahren? In unserem Blog werden Sie sicherlich fündig! Auch unsere Zusammenarbeit mit der HFBK Hamburg bietet Inspiration dazu, wie sich Kunst mit 360°-Technologie digitalisieren lässt:

Fragen? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!
Mehr zu Virtuellen Rundgängen für Kultur-Einrichtungen