Die Gorillaz haben es getan, Robin Schulz hat es getan und wir bei omnia360 haben es nun auch gemeinsam mit den Hamburger Rockern von Galaxy Space Man gemacht: Die Rede ist von einem 360-Grad-Musikvideo! Warum 360-Grad-Musikvideos derzeit so beliebt sind und welche Besonderheiten und Herausforderungen es dabei gibt, möchten wir Ihnen im folgenden Beitrag in unserer Blog-Kategorie 360-Grad Projekte vorstellen.

360-Grad-Musikvideo

So sieht es hinter den Kulissen eines 360-Grad-Musikvideodrehs aus – hier gemeinsam mit der Hamburger Band Galaxy Space Man.

Die Gorillaz machen’s vor: “Saturn Barz” in 360°

Das Medium 360-Grad-Video bietet Musikern die Möglichkeit, Musikvideos neu zu erschaffen und ihre Fans mit einer neuen Darstellungsform zu begeistern. Das haben sich beispielsweise die Gorillaz zunutze gemacht, die mit ihrem 360-Grad-Musikvideo zu “Saturn Barz” an die Spitze der besten 360-Grad-Videos bei YouTube geschossen sind. Das am 23. März 2017 veröffentlichte Video überzeugte mit beeindruckenden Animationstechniken und spektakulären Perspektiven, sodass es in den ersten 48 Stunden nach Veröffentlichung bereits auf über 3 Millionen Zuschauer kam, aber sehen Sie am besten selbst:

Warum eine 360-Grad-Musikvideoproduktion?

Die Gorillaz sind jedoch nicht alleine, denn mittlerweile lassen sich immer mehr Künstler auf die 360-Grad-Perspektive in ihren Musikvideos ein. Die Gründe dafür sind vielfältig: So bieten 360-Grad-Musikvideos eine innovative und aufmerksamkeitsstarke Präsentation, in denen es so viel zu entdecken gibt, dass es sich für den Zuschauer lohnt, das VR-Video gleich mehrfach anzuschauen. Und das macht sich auch für den Musiker bezahlt: So erhöht sich dadurch nicht nur die Klickzahlen bei YouTube, sondern auch die Chancen, dass der Song besser im Gedächtnis bleibt.

Seine besondere Wirkung entfaltet das 360°-Musikvideo jedoch erst, wenn es mit einer VR-Brille in Virtual Reality konsumiert wird. Indem der Nutzer von der Außenwelt abgeschirmt und vollständig in das Video eingezogen wird, kann er das Lied so immersiv erleben. Dies können sich Musiker insbesondere in der Vermarktung zunutze machen, indem sie beispielsweise gebrandete Cardboards als Merchendise-Produkte zum Song anbieten oder das Release-Event mit einer eigenen Virtual Reality-Station aufpeppen.

Verschiedenen Erzählformate in VR-Musikvideos

Bei der kreativen Ausgestaltung eines 360-Grad-Musikvideos stehen den Künstlern so ziemlich alle Türen offen. Ob oben, unten, links, rechts, vorne, hinten – der Zuschauer steht plötzlich mitten drin im VR-Video und kann von allen Seiten betrachten, was sich um ihn herum abspielt. Daraus ergeben sich neue Regeln und Möglichkeit bei denen derzeit grob zwischen den folgenden drei Erzählformen unterschieden werden kann:

360-Grad-Kurzfilme

Da wären zum einen die 360-Grad-Kurzfilme, in denen die Musik nicht im Vordergrund steht, sondern sie vielmehr zur Untermalung eingesetzt wird, um ein emotionales Werk zu kreieren, dass den Zuschauer aus der Kombination von 360-Grad-Bild und Ton vollständig in seinen Bann zieht, so wie es beispielsweise im obigen 360°-Musikvideo der Gorillaz der Fall ist. Aber auch das 360°-Video von NakedElephant zu „Raspberry Kiss“, kann dieser Kategorie zugeordnet werden. Besonders beeindruckend sind hierbei sicherlich die 360°-Drohnenfahrten des Hamburger VR Unternehmens Spice VR.

360-Grad-Performance-Videos

Im Gegensatz dazu stellen 360-Grad-Performance-Videos die Band selbst stärker in den Vordergrund. Dabei sind die Musiker mehr oder weniger gleichmäßig um die Kamera herum verteilt und der Zuschauer kann selbst entscheiden, wen er wann wie lange anschauen möchte. Diese Perspektive ist sicherlich besonders für detailverliebte Betrachter und Musikliebhaber spannend, da so jedes Bandmitglied einzeln unter die Lupe genommen werden kann. Während bei herkömmlichen Musikvideos lediglich Ausschnitte gezeigt werden, verpasst der Zuschauer hier keine Note und bekommt quasi für jedes Instrument ein Playthrough geliefert, bei dem er selbst entscheiden kann, welches Instrument ihn besonders interessiert. Aber auch die technisches Fähigkeiten der Musiker lassen sich so in den Vordergrund stellen und können die Aufmerksamkeit erfahren, die sie verdient haben.
Ein solches 360°-Performance-Video haben wir gemeinsam mit der Hamburger Band Galaxy Space Man zum Release der Single „Poles“ aus dem Album Unravel produziert.

360-Grad-Live-Videos

Die dritte zentrale Möglichkeit eines 360-Grad-Musikvideos besteht darin, einen Live-Mitschnitt mit einer 360-Grad-Kamera während eines Konzerts anzufertigen und dem Zuschauer so das Gefühl zu vermitteln, selbst dabei zu sein. Dafür wird die Kamera möglichst zentral auf der Bühne aufgebaut und nimmt den Auftritt aus allen Perspektiven auf. Die Herausforderung besteht darin, die Kamera so zu positionieren, dass sie den Auftritt nicht stört, aber trotzdem möglichst viel von der Show einfängt,. Dies ist In Extremo beispielsweise in ihrem 360-Grad-Musikvideo „Sternhagelvoll“ gelungen:

Herausforderungen von 360-Grad-Musikvideos

Nicht nur in der Erzählform, sondern auch in ihrer Machart unterscheiden sich die 360-Grad-Musikvideos teilweise gewaltig voneinander und stellen uns Produzenten vor verschiedene Herausforderungen. Bei Studio-Aufnahmen kann beispielsweise zwischen Videos unterschieden werden, die in einem Take aufgenommen werden und solche, in denen mehrere Takes in der Postproduktion zusammengefügt werden. Während bei One-Take Geschichten die Herausforderung in der Aufnahme selbst liegt, bei der alle Beteiligten gleichzeitig perfekt abliefern müssen, liegt in Variante zwei der Fokus vielmehr in der Vor- und Nachbearbeitung.

Mehr über unsere 360-Videoprojekte können Sie hier erfahren: